February 2012
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Über allem Trauern den Moment verpassen, wenn die Wunde bereit ist, im weichen Gewebe des Bauches unterzugehen. Platz zu machen. Über allem Schmerz von gestern vergessen, dass Dinge besser geworden sind. Über allem gerettet werden wollen nicht einsehen, dass es dafür zu spät ist. Im besten Sinn.
Nur ein paar stille Tage, seufzt du und lügst. Du willst nicht ohne die Gewissheit sein, dass es nur ein Fingerschnippen, ein paar getippte, geflüsterte Worte dafür braucht, dass etwas zerstört wird. Dass du zerstörst.
Verletzen, um wenigstens der erste zu sein, weil jeder betrügen muss, wenn die Karten gezinkt sind. Du glaubst, dass das nicht aufhört, mit dem verlassen werden, mit dem enttäuscht...
Those were the days. Lass sie doch liegen, sagst du, sie liegen da gut, aber ich kann es nicht lassen, will sauber getrennten Gefühlsmüll recyceln, da ist noch eine Ahnung, ein unverdautes Stück Enttäuschung, ein Restschmerz, in dem ich schön sein kann. (Kennt sich jeder im Leid am besten?)
Hinter der Stirn hat Medusa Zweifel ausgelegt, sie graben sich in meinen Blick, ich könnte nicht gut genug...
ein Herz ist noch übrig vom Tag
findet da ein Kribbeln statt zwischen uns,
sag, sind wir Passanten
oder sprechen wir uns einen Schritt
nach vorn?
zwischen uns ist Wetter, schlohweiß
legt es sich über die Wärme
deiner möglichen Briefe.
Fußspuren einer Fotografie: dein Sepiablick,
deine ungekämmten Augen, grobkörniger Gruß
und Morgen: ein stumpfes Gefühl.
sag, sind wir Passanten?
deine Sternzeichen nehmen sich...
Auf wen wartest du?
Man wird allein nicht heil. Man setzt sich nicht mit einer Tasse Tee auf eine Wiese und ist froh mit sich selbst. Das Pochen und Schaben deines Atems im Schlaf braucht ein Gegenüber, braucht ein leises Schnaufen, braucht einen Arm, der sich um deine Schultern schiebt. Die Möbiusschleife Schmerz lässt sich unterbrechen, wenn jemand dazwischen geht, sein Herz ins Spiel bringt.
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